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1. Welche Sittichart passt am besten zu Ihnen? Jede Sittichart stellt ihre eigenen Ansprüche an die Haltung. Auch Verhaltensweisen, Nagegewohnheiten und Lautstärke variieren zwischen den einzelnen Arten erheblich. Informieren Sie sich VOR dem Erwerb von Sittichen über ihre Pflege, Lautstärke und Verhalten.
2. Besteht die Bereitschaft, mindestens zwei artgleiche Sittiche anzuschaffen? Sittiche sind von Natur aus Schwarmvögel, die immer Beschäftigung brauchen und das Feedback in ihrer eigenen Sprache benötigen, das sie wirklich verstehen können. So fühlen sich Sittiche wohl, deshalb sollten mindestens zwei artgleiche Sittiche bei Ihnen einziehen.
3. Besteht die Bereitschaft, jahrelang für die Sittiche zu sorgen? Größere Sittiche - eine artgerechte Haltung und Fütterung vorausgesetzt – haben durchschnittlich eine höhere Lebenserwartung als die kleinen. So können kleine Sittiche 10-15 Jahre alt werden, Großsittiche 20-25 Jahre, manche sogar bis 35 Jahre leben. Man sollte also immer bedenken, wie lange man für seine Vögel verantwortlich sein möchte / kann.
4. Besteht die Bereitschaft / Möglichkeit, auch bei eigenem Nachwuchs weiter für die Sittiche sorgen zu können? Eigener Nachwuchs ist ein häufig vorkommendes Argument bei Vogelvermittlungen. Bitte machen Sie sich vorher ausreichend Gedanken, ob beide Pläne zu Ihnen passen.
5. Ist ausreichend Platz (Käfig / Voliere und Zimmergröße) vorhanden? Können Sie viel Freiflug geben? Die Käfig- oder Volierengröße hängt von der Größe der Vögel sowie deren Anzahl ab. Während Wellensittiche mit einem vergleichsweise kleinen Käfig auskommen, wenn sie zusätzlich viel Freiflug erhalten, benötigt man für Großsittiche große Käfige oder besser Zimmervolieren. Die Vögel brauchen möglichst täglich für ein paar Stunden Freiflug. Großsittiche brauchen mehr Platz zum Fliegen als kleine Sittiche, wer nur kleine Räume zur Verfügung hat sollte sich die Haltung von kleinen Sitticharten überlegen.
6. Sittiche werden -auch einzeln gehalten- nicht immer zahm. Sind die Vögel trotzdem interessant für Sie? Reicht es Ihnen aus, die Sittiche beim Spielen, Kuscheln, gegenseitigen Füttern usw. zu beobachten?
7. Viele Sitticharten lernen nicht sprechen, bei einigen "sprachbegabteren" Arten lernen ebenfalls viele nicht sprechen. Ist das in Ordnung für Sie?
8. Könnte jemand allergisch reagieren? Ist jemand aus der Familie ggf. allergisch gegen Federstaub? Besser vorher ärztlich untersuchen lassen!
9. Kennen Sie die Lautstärke Ihrer bevorzugten Sitticharten? Einige Sitticharten können sehr laut werden, verträgt sich diese Lautstärke mit den Nachbarn, falls vorhanden? Im Zweifelsfall ist es besser, eine leisere Sittichart auszusuchen.
10. Leben weitere Tiere im Haushalt? Leben Tiere in Haushalt, die den Sittichen gefährlich werden können, z.B. Katzen oder Ratten? Oder Tiere, die das laute Gezetere und Pfeifen weniger vertragen (z.B. Kaninchen?) Hier sollten besondere (Trennungs-) Maßnahmen getroffen werden, damit Stress-Situationen vermieden werden können.
11. Wer kann sich noch um die Sittiche kümmern? Wer kümmert sich im Krankheitsfall oder Urlaub um die Vögel?
12. Sittiche machen Dreck. Sittiche machen relativ viel Dreck durch Federstaub, Federn, Sand, Körner, Kot etc. Sind Sie bereit das Zimmer häufiger sauberzumachen als vorher?
13. Sittiche knabbern gerne. Sittiche knabbern oft gerne an Tapeten und Möbeln und können davon nicht immer ganz durch Poster, Spielplätze, Knabberzweige o.ä. abgehalten werden. Würden Sie damit zurechtkommen?
14. Sittiche bedeuten Arbeit. Die regelmäßige Käfigreinigung und das Angebot von Körnerfutter und frischem Trinkwasser, die täglich notwendige Frischfutterzubereitung, die regelmäßige Reinigung der Einrichtungsgegenstände und Spielzeuge und das häufigere Säubern des Zimmers sind nur wenige Beispiele für die zusätzliche Arbeit, die man als Sittichhalter hat. Die richtige Vogelhaltung nimmt mehr Arbeit und Zeit in Anspruch als vorher oft erwartet wird.
15. Sittiche kosten Geld. Futter und Vogelzubehör (Käfig, Voliere, Spielzeug, Einstreu, Obst etc.) sowie eventuell anfallende Tierarzt- und Medikamentenkosten sind nicht ganz billig. Sind Sie bereit, ggf. einiges mehr für medizinische Behandlung zu bezahlen als der Vogel vielleicht gekostet hat?
16. Sittiche sind keine Kuscheltiere! Auch zahme Sittiche sind nicht geeignet, ständig in die Hand genommen und angefasst zu werden. Man kann einen zahmen Sittich natürlich auch mal etwas kraulen oder über den Flügel streichen, aber im Vergleich zu anderen Haustieren wenig. Wer also Wert auf Streicheleinheiten streicheln legt, sollte sich vielleicht doch eher für eine andere Tierart entscheiden.
17. Kinder und Sittiche. Möchten Sie Sittiche für Ihre Kinder kaufen? Vögel sind oft wenig geeignet für Kinder, wenn die Eltern ihnen die Pflege alleine überlassen. Kinder interessieren sich oft nur phasenweise für ein Tier und / oder möchten einen zahmen Vogel, den sie streicheln können und der spricht. Sie sollten ihr Kind deshalb vor dem Kauf über die Bedürfnisse und das Verhalten der jeweiligen Sittichart aufklären, um Enttäuschungen vorzubeugen. Außerdem müssen Sie bereit sein die Haltung und Pflege ständig zu kontrollieren und zu helfen und die Pflege möglicherweise ganz zu übernehmen, wenn sich Ihr Kind das Interesse verlieren sollte. Wenn diese Punkte beachtet werden, können sich auch Kinder ab ca. 8-10 Jahren mit Sittichen beschäftigen.
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