Tierheim Wilhelmshaven

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Kanarienvogel

Herkunft und Lebensweise: Die Zucht der Kanarienvögel nahm vor zirka 500 Jahren ihren Ausgang von den wildlebenden Kanariengirlitzen , deren Heimat die Kanarischen Inseln sind. Kanariengirlitze leben gesellig. Durch ihr grünliches, grauschwarz gezeichnetes Gefieder sind sie an ihren Nistplätzen in Büschen und Bäumen gut getarnt. Auch bei der Futtersuche bleiben sie in kleinen Schwärmen zusammen. Unüberhörbar ist der variationsreiche, schöne Gesang der Männchen.

 

Beschreibung: große Vielfalt an Farben und äußerer Gestalt, Länge: 12-23 cm (je nach Rasse), Gelegegröße: durchschnittlich 4 Eier, Brutdauer: ca. 13 Tage, die Jungtiere sind nach ca. 25 Tagen flügge; Geschlechtsreife: acht bis zwölf Monate

 

Kanarienrassen: Heute unterscheidet man weit über 100 Rassen. Diese teilen sich auf drei große Gruppen auf:

•          Gesangskanarien: Charakteristisch sind Reinheit und Schönheit des Gesanges (zum Beispiel Harzer Roller, Belgischer Wasserschläger, American Singer, Timbrados).

•          Farbkanarien: Neben den bekannten gelben gibt es auch weiße, rote, orange, braune, graue und andere Schläge in vielen Schattierungen.

•          Gestaltkanarien (Positurkanarien): Bestimmte Größen, Körperhaltungen und Gefiederformen - wie Locken und Häubchen - kennzeichnen diese Rassen (zum Beispiel Lizard, Pariser Trompeter).

 

Haltung als Heimtier: Aufgrund ihrer geselligen Lebensweise (Schwarmvögel) sind Kanarienvögel für die Einzelhaltung nicht geeignet. Für ein optimales Wohlbefinden sind ein oder mehrere Artgenossen als Sozialpartner notwendig. Sie brauchen reichlich Bewegung und daher einen entsprechend großen Käfig oder eine Volière (großer Vogelkäfig) und täglich Freiflug. Die ganzjährige Haltung im Freien ist möglich. Erforderlich ist eine Freivolière in Verbindung mit einem Schutzhaus. Kanarienvögel werden handzahm. Voraussetzung dafür ist, dass man den Tieren regelmäßig Zeit widmet, sie anspricht oder pfeift und mit Ruhe und Umsicht mit ihnen umgeht. Man darf nicht mit der Hand in den Käfig greifen und sie auch nicht mit den Händen abfangen! Dies löst Panik aus. Vielmehr soll man die Vögel auf sich zukommen lassen und sie mit Leckerbissen (zum Beispiel Apfelstück) anlocken. So werden sie allmählich vertrauter und nähern sich mehr und mehr an. Selbst handzahme Kanarienvögel sind keine Schmusetiere. Der Umgang mit ihnen muss vorsichtig erfolgen. Scheu und Fluchtverhalten ist zu respektieren.

 

Männchen: Die Federn sind in Augenumgebung intensiv gefärbt. Borstige Federn befinden sich in Schnabelnähe. Ab dem fünften Lebensmonat ist die Kloake (gemeinsame Öffnung für Harn, Kot und Fortpflanzungsprodukte) zylinderförmig ausgestülpt. Zwischen Bauchdecke und Kloake ist ein deutlicher Winkel zu erkennen.

 

Weibchen: Im Gegensatz zum Gesang der Männchen piepsen Weibchen nur. Die Kloake liegt im Niveau der Bauchwand.

 

Fütterung: Das Futter muss abwechslungsreich und ausgewogen sein. Als Hauptfutter eignen sich täglich zirka zehn bis 15 Gramm Körner und Sämereien wie zum Beispiel Kanarienmischfutter. Dieses besteht aus Sommerrübsen, Glanzsamen, Rollhafer, Negersaat, Hanfsamen und Leinsamen. Als Grünfutter eignen sich Obst, Salat, frische Blätter und Triebe wie zum Beispiel Apfel- und Birnenstücke, Kopfsalat, Spinat, junge Blätter und Triebe von Huflattich, Vogelmiere, Wegerich oder Löwenzahn. Alles muss frisch, ungespritzt (Vorsicht bei gekauftem Salat) und gewaschen sein. Als Ergänzungsfutter sind gekeimte Körner (Weizen, Hafer), Weichfutter aus dem Handel und eine Sepiaschale zu empfehlen. Frisches Trinkwasser muss ständig zur Verfügung stehen.

 

Käfiggröße: Bevor man sich als Hobbyhalter Kanarienvögel in die Stube holt, sollte ein geeigneter Käfig bereit stehen. Die Frage der Käfiggröße ist eine viel diskutierte. Im Handel gibt es eine große Auswahl verschiedenster Käfige, oft zu klein oder ungünstig geformt mit Rundungen und viel Schnickschnack. Nehmen Sie sich Zeit bei der Auswahl. Suchen Sie einen schlichten, möglichst, geraden Käfig. Am besten eignet sich ein Käfig, der länger als hoch und höher als tief ist (Breite > Höhe > Tiefe). Achten Sie auf den Gitterabstand. Der Kanarienvogel soll nicht den Kopf durchstecken können. Ein Käfig mit Gitterabstand bis max. 1,5 cm ist für Kanarien geeignet.

Bedenken Sie, dass die Haltungsform (Paar- oder Gruppenhaltung) die Käfiggröße vorgibt.

Die empfohlene Käfiggröße für ein Kanarienpärchen liegen bei etwa 0,5 m³ (also einem Käfig mit den Maßen 100x100x50).

Natürlich gehen auch ein wenig kleinere Käfige.

Zu beachten ist, dass bei der Käfighaltung grundsätzlich Freiflug nötig ist.

Generell gilt: je größer, desto besser. Beachten Sie, dass bei einer Gruppenhaltung mit mehreren Pärchen zur Brutzeit im Frühjahr Revierkämpfe auftreten können. Seien Sie gewappnet und halten Sie zusätzliche Käfige bereit, um die Paare trennen zu können, falls es doch zu ernsthaften Streitereien kommen sollte.

 

Lebenserwartung: 10 bis 12 Jahre