Nicht jeder Igel braucht im Winter unsere Hilfe
Zu viele Igel werden jetzt im Herbst von Gartenbesitzern und besorgten Tierfreunden ins Tierheim gebracht. Bei aufklärenden Gesprächen sehen die Tierfreunde aber schnell ein, dass in den meisten Fällen eine Hilfe nicht notwendig ist. Dann bekommen die fürsorglichen Gartenbesitzer "Ihren" Igel wieder mit nach Hause - denn nur hier kennt er sich aus und kann in seinem Revier sich auf den Winterschlaf vorbereiten. Der Igel, ein Wildtier, überlebt seit tausenden von Jahren die europäischen Winter. In den seltensten Fällen ist Hilfe wirklich notwendig.
Bedenkt man, dass in Deutschland rund 80 % aller Igel in den Monaten August und September geboren werden, können die Kleinen im September/ Oktober ihr Winterschlafgewicht noch gar
nicht erreicht haben. 
Igel stehen in Deutschland unter Naturschutz. Es ist generell verboten, Tiere der besonders geschützten Arten - und dazu zählt der Igel - aus der Natur zu entnehmen. Die einschlägigen Gesetzesvorschriften erlauben jedoch, hilfsbedürftige Igel sachgemäß aufzuziehen bzw. gesund zu pflegen.
Nicht jeder Igel braucht Hilfe - aber jede Hilfe muss richtig sein!
Das Ziel jeder Igelhilfe muss sein, die Tiere so bald wie möglich wieder gesund in die Freiheit zu entlassen.
Hilfsbedürftig sind: 
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Verletzte Igel:
Oft deuten schon Fundort und -umstände (Straße, Bauarbeiten) auf Verletzungen hin. Tiere, die vermutlich tagelang in Gruben, Lichtschächten o.ä. ohne Wasser und Futter gefangen waren, brauchen ebenfalls Hilfe.
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Kranke Igel:
Man erkennt sie meist daran, dass sie tagsüber herumlaufen, -torkeln oder -liegen. Auf kranken Igeln (wie auch auf Säuglingen und Verletzten) sitzen in der warmen Jahreszeit häufig Schmeißfliegen, die ihre Eier ablegen. Kranke Igel sind apathisch, rollen sich kaum ein, sind oft mager (Einbuchtung hinter dem Kopf, herausstehende Hüftknochen). Ihre Augen stehen nicht halbkugelig hervor, sie sind eingefallen, schlitzförmig.
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Untergewichtige Igel:
Jungtiere Anfang November: deutlich unter 500 g
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Verwaiste Igelsäuglinge:
Igeljunge, die sich tagsüber außerhalb ihres Nestes befinden, noch geschlossene Augen und Ohren haben und sich womöglich kühl anfühlen, sind mutterlos und benötigen dringend Hilfe (Mutterlose Igelsäuglinge in Niedersachsen: August/September)
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Igel, die nach Wintereinbruch, d.h. bei Dauerfrost und/oder Schnee herumlaufen: (jeder aktive Igel in Niedersachsen: November bis März/April). Auch solche Igel findet man hauptsächlich bei Tag. Es kann sich um kranke oder schwache Alttiere handeln; öfter sind es Jungtiere, die spät geboren, evtl. auch krank sind und/oder sich wegen des geringen Nahrungsangebots im Spätherbst kein für den Winterschlaf ausreichendes Fettpolster anfressen konnten.
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Mehr Infos unter: http://www.tierschutzbund.de/427.html

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